WIM WENDERS
DREHBUCH, REGIE, PRODUKTION
Wim Wenders ist einer der bedeutendsten Regisseure des Weltkinos und zählt zu den führenden Vertretern des "Neuen Deutschen Films". Unbeeindruckt von flüchtigen Trends und großen Studioangeboten hat er sich bis heute seine Experimentierfreude und seinen staunenden Blick erhalten.
Geboren am 14. August 1945 in Düsseldorf, photographierte er bereits im Alter von 7 Jahren, besaß mit 12 Jahren eine eigene Dunkelkammer und mit 17 seine erste Leica. Zunächst studierte er Medizin und Philosophie, bevor er sich 1966 als Maler und Graveur in Paris in Montparnasse niederließ. In seiner freien Zeit sah er sich damals alle Filme an, die dort in der Cinémathèque gezeigt wurden, unter anderem viele deutsche Filmklassiker. Den Grundstein für seine Karriere als Filmemacher legte er 1967, als er sich an der neu gegründeten "Hochschule für Film und Fernsehen" in München einschrieb. Ende der 60er Jahre drehte er mehrere Kurzfilme, die von dem sogenannten "New American Underground" im Stile Warhols beeinflusst waren: Lange Einstellungen, ereignislose Zeit und offene Erzählweise.
Sein Spielfilmdebüt gab er 1970 mit seiner Diplomarbeit, dem Schwarzweißfilm SUMMER IN THE CITY. Wim Wenders gehörte 1971 zu den 20 Regisseuren, die den Filmverlag der Autoren gründeten, um Produktion, Rechteverwertung und Vertrieb der eigenen Filme gemeinsam und in Eigenregie zu organisieren. Seine professionelle Karriere als Regisseur begann er im selben Jahr mit der Verfilmung von Peter Handkes Roman DIE ANGST DES TORMANNS BEIM ELFMETER, wofür er in Venedig mit dem Preis der Internationalen Filmkritik ausgezeichnet wurde.
In ALICE IN DEN STÄDTEN (1973), FALSCHE BEWEGUNG (1974) und IM LAUF DER ZEIT (1975) wendete sich Wim Wenders den Menschen zu, die an ihrer eigenen Entwurzelung zu tragen haben; und erhält gleich mehrere deutsche und internationale Filmpreise dafür. Diese drei Filme, ebenso wie der Thriller DER AMERIKANISCHE FREUND (1977, nach Patricia Highsmith), mit Dennis Hopper und Bruno Ganz in den Hauptrollen, setzten sich mit dem Nachkriegsdeutschland und seinem rasanten Wandel auseinander.
Letzterer macht ihn auch in den USA bekannt, woraus sein nächstes Projekt mit Francis Ford Coppola entsprang. Wim Wenders' außerordentliche Liebe für das Kino und den Rock'n Roll, gepaart mit der zärtlichen Neugierde des Beobachtenden auf die Welt die uns umgibt, zieht sich bis heute durch die Gesamtheit seines Werks.
1978 ging Wenders auf Einladung von Coppola in die USA und begann für die Zoetrope Studios an HAMMETT zu arbeiten. Der Film sollte eine Hommage an den amerikanischen Kriminalschriftsteller Dashiell Hammett sein, aber die langwierigen künstlerischen Auseinandersetzungen führten dazu, dass der Film erst 1982 fertig wurde. Die Konflikte, die Wim Wenders bei dem schwierigen Entstehungsprozess dieser Produktion erleben musste, verarbeitete er in STAND DER DINGE (1982), einer düsteren Reflexion über das Filmemachen. Bei den Filmfestspielen von Venedig erhält Wenders dafür den Goldenen Löwen für den Besten Film. Zusammen mit Sam Shepard entdeckte er in der texanischen Wüste seine nächste Geschichte: Ein sprachloser Mann, anscheinend ohne Gedächtnis, sucht die Verbindung zu seiner Vergangenheit. Mit dem Road Movie PARIS, TEXAS (mit Nastassja Kinski und Harry Dean Stanton) gewann der Regisseur 1984 unter anderem die Goldene Palme in Cannes sowie die Auszeichnung als Bester Regisseur durch die British Academy of Film And Television Arts. Im geteilten Berlin schenkten ihm die Engel der Stadt 1987 den Film HIMMEL ÜBER BERLIN. Das Kinomärchen mit Bruno Ganz als Engel, der für die Liebe einer Frau seine Unsterblichkeit aufgibt, knüpfte an den vorherigen weltweiten Erfolg an. In Cannes erhielt er den Preis für die beste Regie, und gewann den Europäischen Filmpreis sowie den deutschen Filmpreis. 1990 realisiert Wenders ein seit 10 Jahren geplantes, ambitioniertes Science Fiction-Projekt: BIS ANS ENDE DER WELT. Der Film kostete weit über 20 Millionen Dollar und wurde rund um die Welt, auf vier Kontinenten, gedreht. Doch von Verleihverträgen geknebelt, musste Wenders den Film in einer verstümmelten kurzen Version veröffentlichen. Sein eigener "Director's Cut" sollte erst zwölf Jahre später herauskommen.
Mit Bruno Ganz, Otto Sander, Peter Falk und weiteren Stars drehte Wenders 1993 im wiedervereinten Berlin die Fortsetzung seiner Engelsgeschichte: IN WEITER FERNE SO NAH! Dann folgte ein zweiter langer Amerikaaufenthalt, der 1996 mit END OF VIOLENCE begann.
2000 inszenierte Wenders in Los Angeles eine tragikomische Geschichte nach der Vorlage des U2-Sängers Bono. Mit THE MILLION DOLLAR HOTEL erschuf Wenders eine Geschichte von Freundschaft, Betrug und der überwältigenden Kraft bedingungsloser Liebe. Die Berlinale gab ihm dafür den Silbernen Bären.
Während seiner gesamten Karriere drehte Wenders eine ganze Reihe unkonventioneller Dokumentarfilme, darunter NICK'S FILM – LIGHTNING OVER WATER (1980), ein bewegendes Portrait über und mit Nicholas Ray, gefolgt von TOKYO-GA (1985), eine Hommage an den japanischen Regisseur Yasujiro Ozu dessen Film "Tokyo monogatari" Wenders nachhaltig geprägt hat, und AUFZEICHNUNGEN ZU KLEIDERN UND STÄDTEN (1989), eine Auseinandersetzung mit der Arbeit des avantgardistischen Modedesigner Yohji Yamamoto. Darüber hinaus inszenierte er mehrere Musikvideos und einen Konzertfilm WILLIE NELSON AT THE TEATRO (1998).
Seine bekannteste Beobachtung von Musik und Musikern ist sicher der Dokumentarfilm BUENA VISTA SOCIAL CLUB (1999). Dieses liebevolle Porträt der von Ry Cooder wiederentdeckten kubanischen Musiker, zu denen u.a. Ibrahim Ferrer, Company Segundo und Ruben Gonzales gehören, erhielt sogar eine OSCAR-Nominierung. Es folgte THE SOUL OF A MAN, ein Film über seine Blueshelden Blind Willie Johnson, JB Lenoir und Skip James. 2002 drehte Wenders über seinen Freund Wolfgang Niedecken und dessen Kölner Band VIEL PASSIERT – DER BAP FILM. Die langjährige Freundschaft mit der Düsseldorfer Band "Die Toten Hosen" führt schließlich zu dem Spielfilm PALERMO SHOOTING, mit Campino und Dennis Hopper in den Hauptrollen. 2008 ist er mit diesem Film zum neunten Mal im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes.
Im Jahre 1987 veröffentlichte er sein erstes Buch "Written in the West" mit Photographien aus dem amerikanischen Westen. Bis heute folgten zahlreiche weitere Bücher, Essays, Photo- und Begleitpublikationen zu seinen Filmen und Ausstellungen, so auch der Bildband "Bilder von der Oberfläche der Erde". Museen und Galerien auf der ganzen Welt haben seine Photographien in Einzelausstellungen gezeigt. Wim Wenders wurde in den 1990er Jahren zunächst Vorsitzender, später Präsident der Europäischen Filmakademie (European Film Academy).
Seit 1993 hat er eine Honorarprofessur an der Münchener Filmhochschule inne und seit 2003 unterrichtet er als Professor an der Hochschule der bildenden Künste in Hamburg. Er erhielt die Ehrendoktorwürde der Faculté des arts et des lettres der Pariser Sorbonne, der theologischen Fakultät der Universität Fribourg in der Schweiz, der Université catholique de Louvain in Frankreich und der Facoltà di Architettura der Universität Catania. 2006 wurde Wenders als erster Filmschaffender Träger des Ordens "Pour le Mérite". Er lebt heute mit seiner Frau, der Fotografin Donata Wenders, in Berlin und hat mit "Neue Road Movies" seine eigene Produktionsfirma.
KURZFILME
1967 Schauplätze
1967 Same Player Shoots Again
1968 Silver City
1968 Polizeifilm
1969 Alabama: 2000 Light Years From Home
1969 3 Amerikanische LP's
1974 Aus der Familie der Panzerechsen / Die Insel
1982 Reverse Angle
1982 Chambre 666 (Room 666)
1992 Arisha, the Bear and Stone Ring
2002 Twelve Miles to Trona
(Ten Minutes Older – The Trumpet)
2007 Los Invisibles: Invisible Crimes
2007 War in Peace
2008 Person to Person ("8"– Compilation)
2009 Il Volo (3D)
2010 If Buildings Could Talk (3D Videoinstallation)
SPIEL- UND DOKUMENTARFILME
1970 SUMMER IN THE CITY (dedicated to the Kinks)
1971 DIE ANGST DES TORMANNS BEIM ELFMETER
1972 DER SCHARLACHROTE BUCHSTABE
1973 ALICE IN DEN STÄDTEN
1975 FALSCHE BEWEGUNG
1976 IM LAUF DER ZEIT
1977 DER AMERIKANISCHE FREUND
1980 NICK'S FILM – LIGHTNING OVER WATER
1982 HAMMETT
1982 DER STAND DER DINGE
1984 PARIS, TEXAS
1985 TOKYO-GA
1987 DER HIMMEL ÜBER BERLIN
1989 AUFZEICHNUNGEN VON KLEIDERN UND STÄDTEN
1991 BIS ANS ENDE DER WELT
1993 IN WEITER FERNE, SO NAH!
1994 LISBON STORY
1995 JENSEITS DER WOLKEN (mit M. Antonioni)
1996 DIE GEBRÜDER SKLADANOWSKY
1997 AM ENDE DER GEWALT
1998 BUENA VISTA SOCIAL CLUB
1989 WILLIE NELSON AT THE TEATRO
2000 THE MILLION DOLLAR HOTEL
2002 VIEL PASSIERT – DER BAP-FILM (Ode to Cologne)
2003 THE SOUL OF A MAN (part four of The Blues Series)
2003 LAND OF PLENTY
2004 DON'T COME KNOCKING
2008 PALERMO SHOOTING
2011 PINA (3D)
GIAN-PIERO RINGEL
PRODUZENT
Gian-Piero Ringel studierte zunächst Psychologie und Betriebswirtschaftslehre an der Freien Universität Berlin. Bereits während des Studiums arbeitete er als Produktionsassistent und Aufnahmeleiter bei unterschiedlichen Filmproduktionen. Von 2002 bis 2006 setzte Ringel sein Studium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) in der Fachrichtung "Produktion" fort. Noch als Student gründete er 2004 seine eigene Firma, die RINGEL Filmproduktion. 2006 wird der von ihm produzierte Kurzfilm DAS MASS DER DINGE in der Regie von Sven Bohse von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences für den 33. Annual Student Academy Award 2006 nominiert. Im selben Jahr produzierte Ringel zusammen mit Angela Schanelec (Buch, Regie, Produktion) seinen ersten abendfüllenden Spielfilm NACHMITTAG. Er feierte seine Weltpremiere 2007 im Forum der Berlinale. Zusammen mit Wim Wenders produzierte Ringel anschließend seine erste internationale Produktion PALERMO SHOOTING, die für den offiziellen Wettbewerb des Filmfestivals Cannes 2008 ausgewählt wurde. 2009 folgte Angela Schanelecs neuer Spielfilm ORLY, der im Forum der Berlinale 2010 uraufgeführt und im gleichen Jahr als "Bester Film" auf dem Festival des deutschen Films in Ludwigshafen ausgezeichnet wurde. Heute ist Gian-Piero Ringel gemeinsam mit Wim Wenders geschäftsführender Gesellschafter der Neue Road Movies GmbH und Produzent des 3D-Tanzfilms PINA.
ALAIN DEROBE
STEREOGRAPH
Alain Derobe arbeitete von 1966 bis 1990 als Kameramann und war an mehr als 20 Spiel- sowie zahlreichen Werbefilmen beteiligt. Von 1992 an spezialisierte er sich auf dreidimensionale Aufnahmen und großformatiges Kino. Dabei entwickelte er verschiedene Systeme, die für stereoskopische Aufnahmen notwendig sind (z.B. das 3D-Rig von P&S Technik). Alain Derobe ist Gründer des AFC (Verband französischer Kameramänner) und Präsident der UP3D, des Verbandes französischer Stereographen. Als Stereograph war er an zahlreichen französischen 3D-Filmen beteiligt, darunter SAFARI 3D, CAMARGUE, CHARTREUX, IRRUPTION, HÉROS DE NIMES, RÉVEIL DES GÉANTS, sowie an Filmen für Themenparks, Museen und Events. Heute ist Alain Derobe, der zu den europäischen Pionieren des 3D-Kinos zählt, hauptsächlich als Stereograph tätig. Darüber hinaus berät er diverse Unternehmen aus dem 3D-Bereich, wie z.B. Transvideo (Monitore) oder Iridas (Software).
HÉLÈNE LOUVART
KAMERA
Hélène Louvart arbeitet seit 1989 als Kamerafrau. Dabei widmet sie sich ebenso dokumentarischen wie auch fiktionalen Stoffen. Seit 1989 führte sie bei mehr als 17 Dokumentarfilmen und 40 Spielfilmen die Kamera. An der Seite der Regisseurin Sandrine Veysset feierte sie 1996 mit dem Film GIBT ES ZU WEIHNACHTEN SCHNEE? ihren ersten internationalen Erfolg. Der Film erhielt unter anderem den Fipresci-Preis auf der Viennale 1996 und den Spezialpreis der Jury beim Pariser Film Festival. Ihre erfolgreiche Zusammenarbeit setzten Hélène Louvart und Sandrine Veysset in den folgenden Jahren fort, unter anderem im Jahr 2000 mit MARTHA...MARTHA. Für den Regisseur Jacques Doillon drehte Louvart den Spielfilm RAJA, der 2004 auf dem Filmfestival in Venedig für den Goldenen Löwen nominiert war. 2008 war Hélène Louvart an den Lebenserinnerungen der Regisseurin Agnes Varda beteiligt. Dieser Film mit dem Titel AGNÈS STRÄNDE erhielt sowohl den César als auch den Étoile d'Or 2009 in der Kategorie "Bester Dokumentarfilm".
FRANÇOIS GARNIER
3D SUPERVISOR
François Garnier zählt zu den europäischen Pionieren der Computer-Graphik. Als einer der ersten Medien-Designer in Frankreich beschäftigte er sich mit den kreativen Möglichkeiten dieser Technik. Zwischen 1984 und 1989 gestaltete und entwickelte er zahlreiche preisgekrönte Produktionen. Außerdem arbeitete er mit namhaften Videokünstlern an experimentellen Filmen und Installationen. Im Jahr 2000 zählte Garnier zu den Mitgründern der AmaK-Studios. Dieses Unternehmen gestaltet und produziert Filme, digitale Installationen und interaktive Programme für Kunstmuseen, Themenparks und internationale Events. Die AmaK Studios setzen in Europa Maßstäbe für stereoskopische Filme und interaktive Installationen in real-time und 3D. Garnier ist außerdem Professor an der Ecole Nationale Supérieur des Arts Décoratifs in Paris. An Wim Wenders 3D-Tanzfilm PINA ist François Garnier als 3D-Supervisor beteiligt.
ERWIN M. SCHMIDT
3D-PRODUCER
Von 2000 bis 2005 studierte Erwin M. Schmidt an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) Produktion. Ab 2004 ist er als Produktions- und Herstellungsleiter an einer Reihe von internationalen Arthouse-Filmen beteiligt. Dazu gehören beispielsweise YOU, THE LIVING von Roy Andersson (Schweden), DELTA von Kornel Mundruczo (Ungarn), ORLY von Angela Schanelec und WOMEN WITHOUT MEN, der erste Spielfilm der in Teheran geborenen Künstlerin Shirin Neshat. Mit ihr arbeitet Erwin Schmidt auch an Video Installationen aus der Reihe WOMEN WITHOUT MEN. Seit 2008 ist Erwin Schmidt für die Neue Rod Movies und für PINA als 3D-Producer tätig. Außerdem produzierte er Wenders 3D-Video-Installation IF BUILDINGS COULD TALK..., die im August 2010 auf der Architektur-Biennale in Venedig uraufgeführt wurde. Neben seiner Produzententätigkeit betreut Schmidt das Protokoll des Transsilvania International Film Festivals in Rumänien und koordiniert "Cinelink Work in Progress" auf dem Sarajevo Film Festival, Bosnien- Herzegowina.
TONI FROSCHHAMMER
SCHNITT
Toni (Thomas) Froschhammer arbeitete zunächst als Musiker und Musikproduzent für Bands wie Em Loomes oder Frisky Sisco im eigenem Tonstudio. Von 2001 bis 2006 war er als Cutter bei der Berliner Postproduktion "FX Factory" tätig und übernahm 2002 erste Regierarbeiten. 2007 machte sich Froschhammer mit der Firma "Schnittbar" selbstständig. Er arbeitete vor allem an Werbung für Vodafone, LBS, Renault oder T-Mobile, schneidet aber auch Musik-Videos für Rammstein, Depeche Mode, Rosenstolz oder Die Fantastischen Vier, sowie Kurzfilme, z.B. DANGLE, KURZFASSEN oder FROM UP TILL DOWN. Im Jahr 2009 gründete er die "Froschhammer Film GmbH" und beginnt mit dem Schnitt des 3D-Tanzfilms PINA von Wim Wenders. Seit Oktober 2010 arbeitet er mit Pepe Danquart am Dokumentarfilm JOSCHKA FISCHER - DER LETZTE ROCK'N'ROLLER DER POLITIK.
THOM HANREICH
KOMPOSITIONEN
Der ECHO-Preisträger Thom Hanreich arbeitet seit zwei Jahrzehnten erfolgreich als Sänger, Songwriter, Komponist und Produzent. Drei Alben hat er mit seiner Band "Vivid" veröffentlicht, und zwei Soloalben unter seinem Künstlernamen "Thom.". Sie brachten ihm unter anderem einen Top-5-Hit in Japan und eine Asien-Tournee ein. Seitdem arbeitet er weltweit als Komponist und Songwriter. Für Wim Wenders schrieb Thom bereits den Soundtrack zu LAND OF PLENTY und Songs für PALERMO SHOOTING, außerdem die Musik zum Kurzfilm WAR IN PEACE. 2010 arbeitete Thom an seinem neuen Soloalbum, komponierte für Wenders Biennale-Beitrag IF BUILDINGS COULD TALK… über das Rolex-Learning-Center der Architektin Kazujo Sejima und schrieb Musik für den 3D-Tanzfilm PINA. Hanreich lebt in Berlin.
PETER PABST
ART DIRECTOR
Peter Pabst ist ein früher „Grenzüberschreiter“. Seit 1979 arbeitet er als freier Bühnen- und Kostümbildner in Schauspiel, Oper, Tanz, Film und Fernsehen und hat bis heute Bühnenbilder und Kostüme für weit mehr als 100 Theater und Filmproduktionen entworfen, auch die Rockshow „Dröhnland Sinfonie“, die Ausstellung „Räume – Träume“ im Museum Bochum, das Buch „PETER für PINA“ und hat in Peking und Shanghai gelehrt. Seine Arbeiten führten ihn in fast alle europäischen Großstädte, nach Amerika und Asien. Er arbeitete zusammen mit Luc Bondy, Klaus Maria Brandauer, Udo Lindenberg, Johannes Schaaf, Istvan Szabo, Jürgen Flimm, Robert Carsen, Chen Shi Zheng, Tankred Dorst, Andrei Serban und vielen anderen. Seine wichtigsten Arbeitspartner aber waren Peter Zadek, mit dem ihn eine lange Arbeitsbeziehung und eine persönliche Freundschaft verbunden hat, und vor allem Pina Bausch und ihr Tanztheater Wuppertal. Schon 1980 entwarf er sein erstes Bühnenbild für ein Stück von Pina Bausch. Dies war der Beginn einer außergewöhnlich engen künstlerischen und menschlichen Beziehung, einer geradezu symbiotischen Zusammenarbeit, die bis zum Tod der großen Choreografin im Jahr 2009 andauerte. In diesen Jahren hat Peter Pabst 25 Spielräume für die Stücke von Pina Bausch entworfen und verwirklicht, darunter auch „Vollmond“. Peter Pabst wurde ausgezeichnet mit der Kainz-Medaille der Stadt Wien, durch die Ernennung zum Chevalier des Arts et des Lettres in Frankreich und die Verleihung des Titels Professor durch den Ministerpräsidenten von NRW.
DOMINIQUE MERCY
KÜNSTLERISCHE BERATUNG
Schon als Jugendlicher entdeckte der 1950 in der Dordogne geborene Dominique Mercy seine Liebe zum Tanz. Er war gerade fünfzehn Jahre alt, als er in das Ensemble des Grand Théâtre de Bordeaux aufgenommen wird. Nach drei Jahren wechselte er an das Ballet Théâtre Contemporain in Amiens, wo deren Leiter eine Verbindung zwischen Tanz, Bildender Kunst und Musik suchten. Ein ähnliches Konzept, wie es an der Folkwang-Hochschule in Essen als Leitlinie galt, wo die junge Pina Bausch ausgebildet worden ist. Dominique Mercy und Pina Bausch lernten sich 1971 beim Saratoga Summer Festival in den USA kennen, wo die Tänzerin unterrichtete. Zur Spielzeit 1973/74 engagierte sie ihn für ihr neugegründetes Ballett in Wuppertal, das sie bald als Tanztheater bezeichnete. Seither ist Mercy dem Tanztheater Wuppertal verbunden. Mehrmals verließ er das Ensemble, um eigene Projekte zu realisieren, unter anderem gründete er mit der Tänzerin Malou Airaudo ein eigenes Ensemble. Mercy kehrte aber immer wieder nach Wuppertal zurück. Nach dem Tod von Pina Bausch übernahm Dominique Mercy gemeinsam mit Robert Sturm, dem Regieassistenten der Choreographin, die künstlerische Leitung des Tanztheater Wuppertal Pina Bausch.
ROBERT STURM
KÜNSTLERISCHE BERATUNG
Der Beginn seiner professionellen Arbeit am Theater führte Robert Sturm zunächst nach Ungarn. Dort arbeitete er ab 1993 erst als Regieassistent und Dramaturg am neugegründeten Budapester Künstlertheater und anschließend am Thalia-Theater. Ab 1997 brachte er erstmals eigene Inszenierungen auf die Bühne, am Szigligeti-Theater in Szolnok sowie am Kammertheater und am Neuen Theater in Budapest. Zwei Jahre später bat ihn das Nationale Theaterinstitut Budapest, Pina Bausch und ihre Tänzer bei den Recherchen für ihr Ungarn-Stück „Wiesenland“ zu unterstützen. Es folgte das Angebot von Pina Bausch, die Proben zum Stück in Wuppertal zu begleiten. Ab dem Jahr 2000 war er als ihr Künstlerischer Assistent am Tanztheater Wuppertal engagiert. Nach dem überraschenden Tod Pina Bauschs übernahm Robert Sturm gemeinsam mit dem Tänzer Dominique Mercy die künstlerische Leitung des Tanztheater Wuppertal Pina Bausch.
MARION CITO
KOSTÜME
Seit 1980 entwirft Marion Cito die Kostüme für das Ensemble des Tanztheater Wuppertal. Sie weiß, was die Kostüme beim Tanzen leisten und aushalten müssen, aus eigener Erfahrung, ursprünglich war die Berlinerin selbst Tänzerin. Als erste Solistin an der Deutschen Oper arbeitete sie mit der Choreographin Tatjana Gsovsky. Außerdem trat sie unter anderem in Produktionen von George Balanchine, John Cranko und Antony Tudor auf. 1976 wechselte Marion Cito zum Tanztheater Wuppertal. Eigentlich wollte sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr tanzen und sich auf die Arbeit als Assistentin konzentrieren. Pina Bausch überzeugte sie jedoch, in Stücken wie "Blaubart – beim Anhören einer Tonbandaufnahme von Béla Bartóks Oper ‚Herzog Blaubarts Burg'", "Komm – tanz mit mir", "Renate wandert aus" und "Arien" als Tänzerin mitzuwirken. In der Zusammenarbeit mit Pina Bauschs Kostüm- und Bühnenbildner Rolf Borzik entdeckte Marion Cito ihre Begeisterung für Kostüme. Als er 1980 starb, bat Pina Bausch sie, die Kostümgestaltung zu übernehmen. Marion Cito übernahm die neue Aufgabe, und bereits wenige Monate später wurde die erste Produktion mit ihren Kostümen uraufgeführt: "1980 – Ein Stück von Pina Bausch".
ROLF BORZIK
BÜHNENBILD UND KOSTÜME BIS 1980
Geboren 1944 in Posen, gestorben 1980 in Essen, studiert Graphik und Design an der Essener Folkwang-Hochschule, wo er die Tänzerin und Choreographin Pina Bausch kennen lernt. Ab 1973 bis zu seinem frühen Tod entwirft er die Bühnenbilder und Kostüme für das Tanztheater Wuppertal und prägt damit entscheidend dessen Gesicht. Es sind ungewöhnliche Räume und Kleider, die Borzik erfindet: ebenso poetisch wie alltagsnah. Immer wieder spielt er mit Elementen der Natur (Wasser, Erde etc.); seine Kostüme scheinen dem Alltag entnommen und sind zugleich elegant und opulent. Durch seine Arbeit eröffnet er eine gänzlich neue Sicht auf tänzerische Räume und Kleidung, stilprägend weit über seinen Tod hinaus. Die Bühnenbilder und Kostüme der für den Film PINA aufgenommenen Stücke "Le Sacre du printemps", "Café Müller" und "Kontakthof" sind Entwürfe von Rolf Borzik.






